Vulcanicross 2019

Vulcanicross 2019… was für ein Event!

Am Wochenende vom 06. bis 07.04.2019 hatten die Hessenhounds wieder zum Vulcanicross geladen. Ein großes, aber bestens organisiertes Event, dessen Besuch sich immer lohnt. Ob als Sportler oder Zuschauer, hier bekommt man etwas geboten. Am Freitag reisten die Cross Athleticdogs mit 8 Teams an. Als Biker am Start waren diesmal Thoralf Neumann mit Rudi, Silke Schnöge mit Gismo, Torsten Gerlach mit Cox, Bianca „Hupi“ Köhler mit Apollo und mit einem Erststart auf einem Canicross-Event Kai Gebhardt mit Maxi.

Marcus Irlen mit Bente, Julia Garre mit Leyla und Elisza Gebhardt mit Chewbacca unterwegs.

Unterstützt wurden die Biker von Christian Siebert mit seiner Flora. Nach der Ankunft und dem Aufbau des „Lagers“ stand für alle vierbeinigen Starter der Vet-Check an. Hier wurde kontrolliert, ob die Hunde in der körperlichen Verfassung sind dieses Rennen zu bestreiten. Zusätzlich wurde das Zuggeschirr auf Passform und Sitz überprüft, um unnötige Verletzungen oder Unwohlsein beim Hund auszuschließen. Alle unsere Hunde bestanden den Check ohne Probleme und konnten am nächsten Tag starten. Die Anmeldung in der Jugendherberge konnten wir auch schnell und unkompliziert erledigen. Nach Abgehen und Abfahren der Strecke stand fest: Der Trail ist anspruchsvoller geworden im Vergleich zu den Vorjahren! Wurzeln und Steine traten deutlich auf dem Weg hervor und machten ihn zu einer aufregenden „Huckelpiste“. Gerade von den Bikern erforderte dies eine kluge Streckenführung und Voraussicht. Alle entschieden, dass sie und ihre vierbeinigen Teampartner bereit sind sich diesem Abenteuer zu stellen. So konnten wir zum gemütlichen Vereinsbeisammensein übergehen. Wir hatten einen Tisch im benachbarten Restaurant reserviert und verbrachten einen lustigen und familiären Abend mit sehr leckerem Essen.

Am ersten Tag des Rennens standen alle wie gewohnt früh auf und versorgten sich und die Hunde für einen optimalen Start in den Tag. Es wurde Kaffee gekocht, Rührei gebraten und man gab sich letzte Tipps zur Ausrüstung und Fahrweise. Als erstes gingen an diesem Tag die Läufer der Langstrecke über 10km an den Start. Es war toll zu sehen wie trainiert die Läufer und Hunde sind und mit welch hohen Geschwindigkeiten sie scheinbar problemlos die lange Strecke absolvierten. Danach stand das Meeting für die Biker an. Vor der jeweiligen Disziplin werden alle Teilnehmer zusammen gerufen und es werden wichtige Details zur Strecke und zum Wettkampf erklärt. Zusätzlich können Fragen gestellt werden, wenn etwas unklar ist. Vom Veranstalter wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass die Strecke durchaus ihre Tücken hat und man „mit Köpfchen“ fahren sollte.

Unsere Biker nahmen sich diesen Ratschlag zu Herzen und führten ihre Hunde kontrolliert und dennoch schnell über die Wege. Kurze Zeit konnten Thoralf, Torsten und Kai zusammen fahren. Das macht immer viel Spaß, denn man kann sich gegenseitig ein bisschen anfeuern und „mitziehen“. Aber auch die Hunde kennen ihre „Kollegen“ und motivieren sich gegenseitig. Auch Hupi und Silke konnten sich zwischendurch noch einmal Kraft geben und „pushen“. Alle Biker sind glücklich und erschöpft im Ziel angekommen und können stolz auf ihre Leistungen sein.

Für die Läufer ging es am Nachmittag an den Start. In einem großen Feld von fast 200 Startern konnten sie sich auf der schwierigen Strecke gute Zeiten erlaufen. Auch in dieser Disziplin konnten unsere Cross Athleticdogs positive Bilanz ziehen. Nachdem alle Hunde friedlich schliefen wurde am Lagerfeuer und im allseits beliebten Stuhlkreis der anstrengende Tag ausgewertet und neue Kraft für den nächsten Tag gesammelt.

Der zweite Wettkampftag stand an. Er startete sonniger und damit wärmer als der Vortag. Für die Biker noch kein Problem. Sie starteten früher als am Samstag und konnten daher bei angenehmen Temperaturen fahren. Gestartet wurde in der Reihenfolge der erfahrenen Zeiten vom ersten Tag. Der Schnellste fuhr also als erstes und die anderen reihten sich dahinter. Unsere Mitglieder gingen aus guten Positionen an den Start und versuchten ihre Positionen zu verteidigen oder zu verbessern. Das gelang den meisten unserer Starter und sie kamen überglücklich ins Ziel.

Doch leider lief es an diesem Tag nicht für alle optimal. Im Ziel vermissten wir Thoralf und Rudi. Sie mussten unterwegs das Rennen vorzeitig beenden, da Rudi nicht mehr mit Freude bei der Arbeit war und aus dem Zug ging. Eine schwierige Situation für den Hundeführer. Er muss hier entscheiden, ob sich der Hund nur kurzzeitig schont und Kräfte tankt oder ob zum Beispiel eine Verletzung oder Unwohlsein der Grund für das gezeigte Verhalten ist. Eine Verletzung war zum Glück nicht der Grund, dennoch schien es Rudi an diesem Tag keinen Spaß zu machen. Thoralf entschied hier gegen seinen sportlichen Ehrgeiz und für seinen vierbeinigen Partner und beendete den Wettkampf. Er brachte Rudi sicher wieder zum Lager und gab ihm die Ruhe, die er benötigte. Denn auch die Tiere haben einfach mal einen schlechten Tag und fühlen sich nicht wohl. Großen Respekt an Thoralf, der Rudi hier verstanden, respektiert und entlastet hat.

 Leider konnte auch Silke nicht bis zum Ende fahren. Sie stürzte in einer Kurve und konnte nicht wieder aufsteigen. Helfer und die Bergwacht waren sofort vor Ort und leisteten erste Hilfe. Silke war zum Glück ansprechbar und orientiert. Nur das Knie schmerzte. Ein Krankenwagen brachte sie ins nächstgelegene Krankenhaus zur genauen Untersuchung. Hier zeigte sich, wie toll unsere Vereinsstrukturen sind. Sofort waren alle zur Stelle und boten Hilfe an. Katrin verließ sofort ihren Fotografenposten um Silke zu begleiten. In einer solchen Situation eine Freundin an der Seite zu haben hilft sehr. Thoralf blieb am Veranstaltungsort um die Hunde zu versorgen und den Wohnwagen abfahrbereit zu machen. Hier erhielt er Unterstützung von seinen Vereinskollegen. Jeder bot Hilfe an und es wurden Pläne gemacht, wie im Notfall die Hunde und Wohnwagen nach Hause kamen. Trotz der Schocksituation war es doch sehr schön zu sehen, wie der Zusammenhalt untereinander war. Jeder hätte alles stehen und liegen gelassen, um zu helfen und beizustehen.  

Mit einem etwas betrübten Gefühl, aber trotzdem mit Vorfreude gingen die Läufer an den Start. Sie starteten im Jagdstart; also in genau den Zeitabständen die Samstag erlaufen wurden. Das erforderte von den Veranstaltern ein hohes Maß an Vorbereitung und Konzentration. Zwischen einigen Starten lagen nur wenige Sekunden und alle mussten zur richtigen Zeit loslaufen. Es war ein großes Spektakel und eine einmalige Erfahrung. In einer großen Gruppe mit vielen Hunden zu Laufen ist für das Team eine anspruchsvolle Aufgabe. Man sieht den Vordermann, den man gerne einholen möchte. Man hört den Verfolger, der näher kommt. Man achtet auf seinen Hund und den Weg. Und allen voran spürt man das Adrenalin und die Glückshormone durch den Körper fließen. 150 Läuferteams flogen regelrecht durch den Wald und man konnte jedem Einzelnen die Freude ansehen. Da die Temperaturen schon etwas höher waren als am Morgen war die Strecke für die meisten Teams anstrengender als am Vortag. Jedoch kamen unsere Zwei- und Vierbeiner motiviert ins Ziel, da sie unterwegs aufeinander Acht gegeben haben.

Silke war mittlerweile wieder vor Ort. Ein Bruch konnte im Krankenhaus ausgeschlossen werden. Alles Weitere konnte ein Arzt am Wohnort abklären, so dass sie die Heimreise antreten konnte. Wir wünschen an dieser Stelle alles Gute und eine schnelle Genesung.

Auch wenn dieses Event sportlich gesehen nicht für alle Teilnehmer ein Erfolg war, können wir es wieder als positive Erfahrung verbuchen. Wir haben gelernt, dass wir unsere Hunde lesen können und sie als Partner respektieren und nicht als Sportgerät sehen. Außerdem können wir stolz auf unseren Zusammenhalt sein, bei dem jeder in einer Notsituation für den anderen da ist und sich keiner alleine fühlen muss.

Eure Elisza Gebhardt

Hier ist die Fotogalerie, Danke Katrin für die tollen Fotos.:

https://c.1und1.de/@520573600541966991/48jQ2458SmSlSQ1s_TkZtA